Kennen Sie es, dass Menschen über eine Viertelstunde auf Sie einreden, vom Hundertste ins Tausendste kommen und nicht einmal merken, dass Sie nur nicken oder „Hm hm“ sagen? Wir finden das oft unhöflich, aber nicht immer ist es das wirklich.

Gestern ist mir so jemand auf der Grenzenlos-Messe begegnet. Ich stand an einem Stehtisch und aß einen Ayurveda-Teller, und nach einer Weile stellte sich eine Dame von ca. 60 Jahren mit starkem französischem Akzent zu mir und sprach zu mir. Sie erzählte, dass es ihr immer heiß sei, dass sie 20 Jahre in Hamburg gelebt und nur vier schöne Sommer erlebt habe und so weiter – alles uninteressantes Zeug, mit dem ich Sie hier nicht langweilen will. Weil ich schon mehrere Stunden auf der Messe war und mich sehr erschöpft fühlte, antwortete ich fast nichts. Ich beobachtete, wie sehr die Dame immer nur über sich sprach und war fasziniert, dass sie offensichtlich nicht die Bohne an Austausch interessiert war. Da ich aber auch keinen Austausch wollte, war es für mich am energiesparendsten, beim Kauen einfach zu nicken, „Hm hm“ zu sagen und ganz selten mal eine kurze Verständnisfrage zu stellen.

Je älter, desto verholzter, desto mehr Text.

Ich habe beobachtet, dass Menschen mehr reden, umso älter sie sind: Über sich, ihre Gefühle (oder ihre Krankheiten und ihre Gefühle bezüglich dieser Krankheiten), die Vergangenheit, Politik usw. Wenn sie über ihre Gefühle reden, ist es noch einigermaßen interessant, aber der übrige Content ist auf die Dauer langweilig. Doch am Alter allein liegt diese Logorrhoe nicht.

Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen im Laufe ihres Lebens „verholzen“ – einige früher, manche später, wenige auch gar nicht (die reden dann aber auch nicht so viel). Das Wort Verholzen habe ich mir für diesen Vorgang selbst ausgedacht: Im verholzten Menschen hat sich eine Persönlichkeit so sehr verfestigt, dass sie keinen Update mehr erhält und nicht mehr hinterfragt wird. Der verholzte Mensch weiß, wie die Welt ist. Sie ist einfach so, wie er sie sieht und basta. Diese Vor-Stellung wirkt wie eine Burg – und daher sieht der Verholzte mindestens im Gesicht auch ein bisschen wie eine solche aus.

Junge bzw. junggebliebene Menschen haben hingegen etwas Weiches, Offenes im Gesicht, lebendige Augen, eine Bereitschaft zum Lernen, auch Neugierde. Sie lassen sich etwas sagen, hören zu, wollen die Welt kennenlernen und verstehen und reagieren immer frisch. Sie sind bereit, ihre geistigen Schubladen immer wieder auszuleeren, die Inhalte neu zu sortieren, die Schubladen neu zu beschriften, vielleicht neue zu kaufen und sie offen zu lassen. Sie sind noch biegsam und grün – um im Bild zu bleiben –, und damit meine ich nicht, dass sie leicht verbogen werden können, obwohl natürlich auch das passieren kann.

Den Verholzten kann man nicht mehr verbiegen. Wenn, dann verbiegt er andere. Der Verholzte weiß einerseits, wie die Welt ist, andererseits muss er seine Vor-Stellung immer wieder verteidigen, damit sie nicht eingerissen wird. Also muss er sprechen, denn im Reden behält er die Kontrolle. Wenn er viel spricht, dehnt er seine Welt aus – ungefähr so, wie man einen Rollrasen verlegt. Er kontrolliert den Luftraum und fühlt sich sicher, und seine Welt ist groß genug, dass sein Gegenüber auch noch darin Platz findet. Es kann sowieso nur seiner Meinung sein, denn das ist doch die einzig richtige. Wozu also sollte das Gegenüber noch sprechen? Er kennt seine Meinung doch schon – es ist ja die gleiche wie seine eigene. Es reicht also völlig, wenn es nickt!

Und der Verholzte redet gern, denn er hat schon viel erlebt und denkt, seine Mitmenschen finden alles, was er zu erzählen hat, sehr interessant – denn auch er selbst findet seine Gedanken über Gott und die Welt ja sehr anregend und lehrreich.

Die Welt ist so, wie ich es sage.

Der Verholzte ist so sehr von seiner eigenen Welt absorbiert, dass er buchstäblich nicht auf die Idee kommt, dass andere Menschen vielleicht interessante Geschichten zu erzählen haben. Seine eigene Welt ist so reich, dass sie für alle Beteiligten reicht, gerne auch mehrere Stunden. Und es fühlt sich so schön sicher an bei sich zu Hause, im eigenen Gedankenpalast. Meine Großmutter redet immer nur selbst (das tut sie nicht erst jetzt, wo sie über 80 ist!), und hinterher freut sie sich, wie schön sich alle unterhalten hätten. Sie merkt es nicht einmal, dass keiner außer ihr etwas gesagt hat. Doch auch eine Bekannte, die etwas jünger ist als ich, kann so lange alleine sprechen, dass Sie irgendwann aus dem Ohr bluten. Und wenn sie Ihnen zuhört, dann immer halbabwesend und wartend, wann sie wieder das Wort ergreifen kann.

Die Sprache von Verholzten enthält auch gerne statische Ausdrücke: „Das ist so.“ „Der Mensch ist eben schlecht, das weiß jeder.“ „Das war immer so.“ „Ich habe das oft genug erlebt, deshalb weiß ich das.“ Er rammt Pflöcke in den Boden, um sein Land abzustecken, denn seine Weltsicht darf nicht gefährdet werden. Abweichende Ansichten werden abgeschmettert, je nach Charakter des Verholzten entweder mit logischen Argumenten, die wortreich vorgetragen werden, oder indem er einen weiteren Pflock in den Boden rammt. Wag es ja nicht, mir zu widersprechen! Gerne wird an einen Satz nach einer kleinen Kunstpause auch ein „Ja“ oder ein „Ne“ angehängt, weil das den zuvor gesagten Satz nochmal verstärkt. Außerdem wird dadurch ein Hochstatus installiert, und das gibt zusätzliche Sicherheit.

Wenn ein Verholzter seinen „Gesprächspartner“ (der eher ein Komparse ist) doch mal zu Wort kommen lässt, dann unterbricht er ihn meist schon bald. Entweder hört er unerwarteterweise eine Gegenmeinung und muss diese schnell unterbinden. Oder er kriegt mit, dass der Gesprächspartner auch eigene Erlebnisse hat, und die scheinen ihm sind so unübersichtlich, dass er sich damit nicht auch noch beschäftigen will. Oder – most boring! – der Gesprächspartner pflichtet ihm sowieso nur bei – und dann hört er seinen eigenen Text doch lieber von sich selbst als reproduziert aus einem anderen Mund!

Kinder können helfen.

Wenn der Verholzte ein oder mehrere Kinder hat, gibt es noch eine Chance auf Wachstum – das Grün hat wieder eine Chance, durchzubrechen. Denn ein Kind ist der beste Guru, denn es drückt einem zuverlässig alle Knöpfe, von denen man dachte, dass sie schon längst verschwunden seien. Je mehr das Kind nervt, desto mehr kann man an ihm lernen.In der frühen Kindheit kann der Verholzte seinen Sohn oder seine Tochter vielleicht noch so gut manipulieren, dass sein Weltbild unversehrt bleibt. Doch in der Pubertät kommt die große Chance: Wie sehr ist der Verholzte bereit, die Kontrolle aufzugeben? Nimmt er etwas an von seinem Kind, oder kommt es zur Trennung?

Sie meinen es nicht böse.

Ich will diese Art von Sein gar nicht verteufeln. Die Verholzten können nicht anders, und sie haben gute Gründe für ihr Verhalten. Vielleicht wurden sie oft verletzt und meinen, sich künftig schützen und abgrenzen zu müssen, damit man ihnen nicht den Vorgarten einrennt. Oder sie sind einfach unbewusst. Nur wenige Menschen texten Sie absichtlich zu, obwohl sie merken, dass Sie schon seit einer halben Stunde aufs Klo müssen.

Bollwerke wollen immer Recht haben. Am besten gibt man es ihnen so schnell wie möglich.

Wenn mir so ein Bollwerk an fertiger Persönlichkeit begegnet, gebe ich mir meist keine Mühe, an den Mauern zu rütteln, weil das viel zu anstrengend ist. Man kommt nicht an sie heran. Sie haben immer Recht, und daher gebe ich ihnen auch genau das: Recht. Denn da Recht (wenigstens in Gesprächen) nur eine Illusion bzw. ein Gedankenkonstrukt ist und nicht wirklich existiert, kann ich das Recht gerne jemandem geben, wenn ihm das Freude macht und mich nichts kostet (das sind Dinge, die man als Mutter rechthaberischer Kinder irgendwann lernt).

Und ansonsten ziehe ich mich zurück, denn in der Sache will ich nicht mit ihnen kämpfen, weil es mir nicht ums Gewinnen geht, sondern um Austausch. Langfristig gehe ich solchen Menschen aus dem Weg, weil es mir zu langweilig ist, in ihrem Monolog die Komparsin zu spielen.

Wenn ich im Büro einen Bollwerk-Kunden habe (kommt äußerst selten vor, meist sind es Raucher), ziehe ich mich energetisch zurück. Da Verholzte Recht haben müssen (sonst gerät ihre Welt in Unordnung) gebe ihnen genau, was sie haben wollten und enthalte mich jeglicher Beratung. Denn fast immer erklären sie mir wortreich, warum es genau so sein muss, wie sie es sagen, und wenn ich Pech habe, erklären sie mir sogar noch meinen Beruf.

Falls Sie sich erhofft haben, von mir Tipps zu erhalten, wie Sie mit verholzten Bollwerk-Zeitgenossen umgehen können, muss ich Sie leider enttäuschen: Alles, was mir einfiel, war unhöflich und verletzend und hat die Beziehung nachhaltig gestört. Und falls Sie selbst Ideen haben, wie man mit diesen Menschen umgehen kann, dann nur her damit!

By | 2016-01-20T12:39:24+00:00 September 14th, 2014|Kommunikation / Wahrnehmung|44 Comments

44 Comments

  1. Tanja 15. März 2015 at 0:22 - Reply

    tausend Dank für den Artikel! das sind ziemlich treffende oder einleuchtende Bilder, mit denen sie versuchen diese Vielredner zu beschreiben.
    ich habe sehr lange suchen müssen im Netz, um einen Bericht oder eine Analyse zu dem Thema zu finden, ohne dass gleich die Rede von Manie oder Depression ist.
    Und ich bin sehr sehr erstaunt, dass dieses Thema nicht viel breiter und häufiger und öffentlicher besprochen wird.
    Wenn so “verholzte” Menschen zur engen Familie gehören, dann ist die Situation ausweglos, weil ein Familienmitglied wird man nicht einfach so los, sondern hat ihn sogar ständig an der Backe…
    Das führt zu ernsthaften psychischen Problemen im sozialen Umfeld, nur leider gibt es keine Diagnose und keine Behandlung von solchen Fällen. oder? Sie scheinen ja auch ziemlich ratlos.
    wenn ich irgendetwas dazu in Erfahrung bringe, sage ich aufjedenfall bescheid!
    Viele Grüsse, Tanja

  2. Dani 5. April 2015 at 13:32 - Reply

    Sehr guter Vergleich mit den verholzten Menschen. Hab auch gerade so ein Exemplar in meinem Leben. Sie ist Ärztin und sehr intelligent. Auf der einen Seite ist es phasenweise echt spannend was sie sagt, aber auf der anderen Seite hat man immer das Gefühl man sitzt in einem Vortrag. Das erste Mal als sie mich anrief, wollte ich nicht unhöflich sein und hab sie einfach so lange labern lassen bis ich nicht mehr konnte. Ich war geschockt als ich auf mein iPhone geschaut habe, welches mir nach einem beendeten Anruf immer die Länge auf dem Display anzeigt: 3 Stunden und 45 Minuten!!! Oh mein Gott! So lange habe ich noch nie in meinem Leben telefoniert und das gleich bei der ersten Kontaktaufnahme. Aber zum Glück gibt es beim iPhone die “Nicht stören” Funktion, wo man selbst bestimmen kann wer einen telefonisch erreichen darf, der Rest läuft direkt auf der Mailbox auf. Eine super Funktion für solche Leute! Meine nervige Bekannte benutzt gerne “so” als Verbindungswort zwischen den ganzen Handlungssträngen. Du denkst sie ist endlich fertig…. und dann kommt das berühmte “so” und weiter gehts! Tja ich habe ebenfalls die Erfahrung gemacht dass es ohne Verletzung nicht geht. Mir fehlt auch ehrlich gesagt die nötige Geduld und Diplomatie!

  3. Peter Pan 21. Juni 2015 at 17:59 - Reply

    So nen menschen muss ich im Urlaub aushalten. Eigentlich müsste ich für meinen Urlaub noch geld kriegen anstatt dafür zu bezahlen. Schwiegermutter fährt mit nach Spanien. Nunja. Da denkste hast mal für ne Woche deine Ruhe und kannst entspannen, da kommt dann die tolle Idee meiner Frau. “Findest du nicht auch wir sollten meine Mutter mitnehmen?” JA UNBEDINGT hab ich so gesagt. Und es geschah wie es geschehen musste. Schwiegermutter fuhr also mit und ich merkte schon auf dem Hinflug das es ein toller “entspannter” Urlaub werden würde. So wie diese Frau hat mich noch keiner zugetextet… Selbst als ich mich dem weitaus unterhaltsameren Bordprogramm (Garfield – Der Film) gewidmet habe wollte und wollte das alte Plappermaul den Schnabel nicht halten. Nicht einmal wenn mir Blut aus den Ohren gelaufen wäre hätte sie es gemerkt… Nun gut. Angekommen im Hotel (Zwischen Ankunft am Flughafen und Hotel lagen 2 Buss-Stunden) war ich fix und fertig. Meine Frau und ich (wow wir hatten wenigstens ein Zimmer für uns), bin ich dann totmüde und halbtaub auf dem linken Ohr ins Bett gefallen. Niemals habe ich diese nächtliche Stille und die Schwärze der Nacht mehr genossen. Nun gut das war dann Tag 1 von 7. Ich werde nicht alle Tage einzeln durchgehn.. nur soviel… ich habe die Zeit der nächtlichen Ruhephasen genossen… tagsüber war keine Ruhe möglich… Ausser auf der Herrentoillette des Swimmingpools. Und dann am Schluss die Frage meiner Frau: “HACH DAS WAR DER HERRLICHSTE URLAUB SEIT LANGEM…”. Ja schatz – das war es… jetzt bräuchte ich erstmal eine 6 wöchige Kur… habe ich mir so gedacht…

    • Michaela Albrecht 22. Juni 2015 at 10:32 - Reply

      Oh weh, das klingt furchtbar! 😀
      Und Sie konnten ihr nie sagen, dass Sie mal Ihre Ruhe haben wollen? Vermutlich wäre sie beleidigt gewesen, aber so waren Sie ja auch nicht in Kontakt mit ihr. Ich empfehle zum Thema Höflichkeit auch diesen Artikel: https://www.einfuehlsam-leben.de/nett-sein-uber-die-tucken-der-hoflichkeit/

      • Peter Pan 10. Juli 2015 at 20:31 - Reply

        Hallo Frau Albrecht. Ich war sehr höflich. Denn ich habe mir alles gefallen lassen. Und ja… natürlich wäre sie beleidigt gewesen… Kritik!? Geht ja mal gar nicht…

  4. Leo 16. August 2015 at 10:37 - Reply

    Hallo,
    Wenn man redet, sagt man das was man schon kennt, wenn man zuhört erfährt man etwas Neues. Davor muss man Fragen stellen. Es ist schon sehr interessant, dass viele Gespräche nur Vogelgezwitscher sind. Jeder singt sein Lied, oft soll der andere übertönt werden durch noch dollere Geschichten. Menschen suchen im Gespräch ihren Raum, verteidigen und erweitern diesen.
    Selten wird dem anderen Raum gegeben. Wer hat die Deutungshoheit?man kann bewundert wie authentisch und offen Menschen erzählen und gleichzeitig gibt es keine Reziprozität. Austauschgehalt gering. Empathie in der Grupoe, Selbstrefkexion, Fremdreflexiob sind ein spätes evolutionäres Gut. Sprechen ist noch zu oft Alarm schlagen, zeigen, dass man da ist und sich verstecken, sich dekorieren, sich Attribute geben, weil man ja erstmal Nichts ist, ganz nüchtern betrachtet.

  5. Julia 20. Januar 2016 at 12:26 - Reply

    Liebe Autorin, Ihr Artikel war so erfrischend und nett geschrieben, dass ich einfach lachen musste. Ich bewundere Ihre Gelassenheit und trachte danach, es ihnen gleich zu tun. Erst kuerzlich hab ich mich von einem “Bollwerk”, wie sie es nennen, befreit. Der Verlust dieser Person ist leicht verschmerzbar.

    wahrscheinlich hat sie gar nicht gemerkt, dass ich weg bin und sitzt heute noch dort und redet ueber sich selbst. 😉

  6. peggy 14. April 2016 at 19:38 - Reply

    Ich hab grade erst den Artikel gefunden und gelesen!
    Ich konnte nach langer Zeit wieder lachen- danke!!!
    Ich hab so einen guten Freund am Kragen der stets und ständig 100 mal den selbigen Wortlaut hat.
    Er wohnt 2 Häuser von mir entfernt und erklärt mir früh morgens das Wetter.
    Wenn ich sage ich seh da- wird der böse!
    Hab ich keine Zeit wegen meinem Job gehts mächtig ab.
    10 Stunden reden warum ich arbeite.
    Ich bin kurz davor ihn umzuhauen.
    Ich will was sagen… Nee du dumm hast null Plan!
    LG peggy

    • Michaela Albrecht 2. Mai 2016 at 13:55 - Reply

      Interessant, dass er immer noch ein guter Freund von dir ist. 😉

  7. Tom 30. April 2016 at 23:41 - Reply

    Ein sehr treffender Artikel über diese Spezies. Ich finde, dass die andere Seite ebenfalls einen Artikel wert wäre. Mir ist aufgefallen, dass Menschen, die selten etwas sagen, weil es leider überall diese Plappermäuler gibt, auch in solchen Situationen kaum etwas sagen, in denen weit und breit keines dieser Plappermäuler in der Nähe ist. Sie reden generell wenig. Wenn man nachfragt, erklären sie, dass sie schon bei der Arbeit dauernd kommunizieren müssten. In Privatleben und Freizeit muss man gar nichts. Also lässt man`s. Ich finde, dass beide Phänomene gleichermaßen interessant sind.

    • Michaela Albrecht 2. Mai 2016 at 13:52 - Reply

      Hallo Tom,
      diese Seite ist natürlich auch sehr interessant, allerdings nerven diese Menschen nicht so wie “Hessi James”. Siehe hierzu unbedingt auch dieses Video von Badesalz:

  8. Juli 4. August 2016 at 22:53 - Reply

    Wenn der Chef 70 ist und ständig über seine Erfolge im Berufsleben erzählt, wen er alles kennt und wie viele Kinder derjenige hat blabla dann hilft nur eines: ständig auf die Uhr schauen und sich deswegen rauswerfen lassen.

  9. taxtax 13. August 2016 at 5:36 - Reply

    ich glaube ich bin so ein Bollwerk, und ihr Artikel ist Treffent , immer wieder finde ich mich in Situation bei denen ich kurz nachher denke um Gottes willen jetzt habe ich schon wieder soviel geredet. Eigentlichmöchte ich das nicht und ich nehme mir immer vor es dieses mal besser zu machen, oder ich setze mir das Ziel gar nicht so lange zu bleiben und ja keinen Wein zu trinken dann quatsche ich noch mehr. Ich glaube ich bin schon ein wenig unterhaltsam, aber am meisten bin ich anstrengend sogar für mich selbst . weil ich mich ja dann auch noch schlecht fühle. Ich möchte so gerne Schweigen können.

    • Michaela Albrecht 14. August 2016 at 11:10 - Reply

      Ich finde es gut, dass auch mal ein Betroffener schreibt! Auch ich neige dazu, viel zu reden. Daher habe ich mir angewöhnt, Leute darauf vorzubereiten und zu bitten, mich zu stoppen, wenn es ihnen zu viel wird. Das hilft nicht immer, aber zumindest zeigt es a) Ihre Einsicht, bringen Sie das Gespräch damit auf eine Metaebene und können mehr Offenheit herstellen, c) schafft es vielleicht Mancher, Sie zu stoppen. 😉

  10. Julia 24. August 2016 at 13:17 - Reply

    Hervorragend Ihr Artikel, Frau Albrecht! Vielen Dank!
    Ich bin so jemand der versucht solche Kolleginnen, Sportkameradinnen, etc. zu stoppen, weil ich keine Lust habe unter ihnen zu leiden, wenn ich den Raum, die Situation nicht verlassen kann. Ich habe allerdings auch die Erfahrung gemacht, dass diese Menschen dann zum Teil hoch aggressiv und beleidigend werden, wenn man seine eigenen Grenzen einfordert; denn sensibel bzw. sensitiv sind diese Menschen in keinster Weise. Vielmehr glaube ich mittlerweile auch an eine psychische Disposition. Und das macht es mir leichter, diesen Menschen verbal Pflöcke zu stecken. Denn es gibt keinen Grund einen psychisch kranken Menschen ertragen zu müssen, wenn man dies nicht in einer professionellen Beziehung tut. Viele Grüße

  11. Lilly 29. August 2016 at 10:43 - Reply

    “Denn es gibt keinen Grund einen psychisch kranken Menschen ertragen zu müssen, wenn man dies nicht in einer professionellen Beziehung tut.”

    Gibt es diesen Grund denn bei psychisch gesunden Menschen?

  12. eri 7. September 2016 at 21:55 - Reply

    Ja, das muß ich auch sagen, ein wirklich interessanter Artikel. Hat mich sehr beeindruckt und wird mich weiter beschäftigen.

  13. Golfi 31. Oktober 2016 at 20:08 - Reply

    Oh je, ich hatte gerade 9 Tage Besuch von meiner “Schwimmfreundin.” 82 Jahre, fit wie ‘ ne 60jährige, ziemlich ichbezogen, sehr eitel, und einem Flirt mit Männern nicht ab geneigt. Sie hat ununterbrochen geredet, all das, was sie gerade tat, kommentierte sie, jede ihrer whats Apps laut vorgelesen, fremde Menschen an gequatscht, und als ich ihr sagte, sie sei ja anstrengender als meine 2 Enkelkinder zusammen, weil sie so entsetzlich viel rede, da sagte sie im Brustton der Überzeugung:”Waaaaas? ICH rede viel? Du redest doch pausenlos, ich komm doch bei dir gar nicht zu Worte.” Ich bin selbst 70 und hab schon viel erlebt. Aber das war die Krönung und eine ganz neue Etfahrung. Ich habe viel darüber nach gedacht, weil ich auch manchmal etwas heftig reagierte. Das hat sie aber gar nicht gemerkt. Und mein Fazit: was für ein glücklicher Mensch, dessen Leben sich nur um sich selbst dreht, der sich nicht geniert, dem nichts mehr peinlich ist, der alles an Vorwurf oder Kritik weg fegt. Für solch einen Menschen läuft der Rest des Lebens gut, was ich jedem Menschen gönne, besoners so am näheren Ende des Lebens. Und ich kann das mit dieser Einstellung gut hin nehmen. Es ist immer wohltuend, zufriedene, glückliche alte Menschen zu erleben, auch wenn sie sehr anstrengend sind. Und mit der Gewissheit, die sind ja noch echt zufrieden mit sich und ihrem Leben, kann ich das auch besser hin nehmen. Ich gönne es Ihnen.
    Angelika.

    • Michaela Albrecht 1. November 2016 at 11:06 - Reply

      Danke für Ihren Kommentar, liebe Angelika,
      wenn Sie es wirklich so nehmen können und mit Ihrer Einstellung nicht einen eigenen Ärger zudecken (z.B. dass Sie überhaupt nicht gehört werden), dann gratuliere ich Ihnen. 😉

  14. Golfi 1. November 2016 at 13:45 - Reply

    Liebe Frau Albrecht, ja, ich kann das so nehmen, ich muss nur die Dosis selbst bestimmen, wieviel ich davon vertrage. Und dann sind solche Menschen durchaus oft auch eine Bereicherung. Entweder bringen sie einen zum Schmunzeln (sehr gesund! ), oder aber auch zum Nachdenken ( in diesem Fall bei mir geschehen), oder aber auch zur Ertüchtigung eigenen Durchsetzungsvermögens (wird ja allgemein im tgl. Leben auch nicht pausenlos von einem gefordert). Klar ist natürlich, dass ich sie nicht mehr zu mir auf die Insel einladen werde, aber ich gehe weiterhin mit ihr zum Schwimmen und Walken, denn da stimmt die Dosis von 1 Std. gerade genau
    Einen schönen Tag wünscht Angelika…. natürlich gut gelaunt mit ihren, bzw. meinen 70 Jahren

  15. Gabi 18. November 2016 at 21:15 - Reply

    Ich höre Menschen meist gerne zu, egal wem ich irgendwo und irgendwann begegne.
    Aber mittlerweile bestimme ich, wie lange meine Aufmerksamkeit dazu bleibt.
    Ob es einen kurzen, zufälligen Plausch mit Fremden oder ein `Herzausschütten´ befreundeter Menschen betrifft.
    Das ist einfacher Selbstschutz.
    “Dauerplappermäuler” und “Schwatzbacken”…denen an `einer Unterhaltung miteinander´ nichts liegt-
    habe ich aus meinem Leben entfernt.
    Sich zueinander austauschen- aus Freude am Leben..und neugierig bleiben zu anderen Sichtweisen
    bleibt meine Hoffnung bei jeder Begegnung.

  16. Steph 14. Dezember 2016 at 21:29 - Reply

    Diese Meinung kann ich nicht teilen.

    Menschen, die Schwierigkeiten zuzuhören, sind durchaus an Austausch interessiert, nur haben sie die nötige Konzentrationsfähigkeit nicht, wirklich zuzuhören oder mal Pause zu machen. In ihrem Kopf geht es drunter und drüber, das blanke Chaos. Haben sie dazu noch hyperaktive Neigungen, können sie schlichtweg nicht still sein, zuhören und ihr dabei auch noch ihr Chaos ignorieren.
    Ich hatte und habe es immer wieder mit diesem Schlag Menschen zu tun und wenn ich diese Menschen besser kennengelernt habe, habe ich bei ihnen auch die unterschiedlichsten Formen, damit umzugehen kennenlernen dürfen.
    Eine frühere Freundin war eine wahre Quasselstrippe, ich dagegen war schon immer eine sehr gute Zuhörerin, die aber auch gerne mal redet. Lange Zeit war ich meistens still in unseren Unterhaltungen, bis ich lernte, mich durchzusetzen, indem ich laut und deutlich sagte, dass ich nun auch gerne etwas dazu sagen möchte. Dieser Freundin war anfangs peinlich berührt – sie weiß ganz genau um diese Schwäche! Aber sie hat mir gesagt, dass sie es super findet, dass ich mich auf diese Weise durchsetze. Ihr Freund war genauso. Sie haben sich gerne lange und gut unterhalten und das war dadurch möglich, dass er sich in Gesprächen durchsetzen konnte und sie nicht still und leise plappern ließ.

    Ein anderer Freund ist ansich ein nach außen hin sehr gelassener Mensch. Er gleicht beim Reden fast schon einer Schnecke und doch redet er viel – aber dennoch konnte ich auch an ihm beobachten, dass er Schwierigkeiten hat, mir zuzuhören, wenn ihm gerade etwas im Kopf herum schwirrt. Bei ihm muss ich mich zwar nicht auf die gleiche Weise durchsetzen, wie bei der Freundin, aber wenn er in einen Gedankengang vertieft ist, brauche ich gar nicht erst anfangen zu reden, er kann mir dann einfach nicht zuhören – obgleich er das gerne möchte. Bis auf diese verzwickten Gesprächsstörungen macht es mir meist Spaß mich mit ihm zu unterhalten.

    Ein anderer früher Bekannter war stärker von dem Schlag der Freundin. Er wirkte immer etwas hektisch und nervös und quasselte ebenfalls zu viel. Auch ihm viel das Zuhören schwer und doch tat er es, wenn ihn das Thema genug interessierte.

    Ich habe noch mehr solcher Menschen kennengelernt. Auch mich sprachen schon Menschen an, die die Klappe nicht halten konnten, ihr Leben beinah komplett vor mir ausbreiteten und mir dabei schwer zuhören konnten. Insbesondere die fremden Menschen scheinen so zu sein, dass sie gar nicht zuhören können – vielleicht auch gerade deshalb, weil zwischen ihnen und mir kein tieferes Interesse entstand, eine Freundschaft zu knüpfen. Es scheinen oft Menschen zu sein, die nicht wissen, wohin mit ihrer Energie. Ich bezweifle, dass sie keine Freunde haben und einfach jemandem zum reden brauchen. Viel mehr glaube ich, dass sie ihre Gedanken besser neu sortieren können, wenn sie darüber reden. So geht es mir selbst. Ich bin quasi ein Denker. Ich denke viel zu viel, auch in meinem Kopf herrscht Chaos, aber auf andere Art als bei den Menschen, die ich als Quasselstrippe kennengelernt habe. Ich kann aber tausendmal einen Gedanken zerdenken, sobald ich jemandem davon erzähle oder darüber schreibe, nimmt er entweder eine neue Form an oder bekommt mehr Stabilität in der Form, in der er bereits ist. Es ist immer wieder faszinierend an mir selbst zu beobachten, wie sich für lang zerdachte Probleme plötzlich eine Lösung manifestiert, nur weil ich diese Gedanken jemandem akustisch oder schriftlich mitteile.

    Ich glaube, diesen Menschen geht es ähnlich. Sie reden, weil es ihnen hilft.
    Wer damit nicht klar kommt, hält einfach keinen Kontakt zu diesen Menschen und alles ist gut 😉

    • Michaela Albrecht 15. Dezember 2016 at 10:19 - Reply

      Liebe Steph,
      vielen Dank für Ihren ausführlichen und tiefgehenden Kommentar! Ich glaube, es gibt so viele Gründe dafür, warum Menschen lieber reden als zuhören, dass sowohl Ihre als auch meine Erfahrungen zutreffen. Vielleicht habe ich einfach mehr von der einen Sorte kennen gelernt als Sie – oder ich habe keine so feinen Unterschiede festgestellt. 😉

  17. Birgit 25. Dezember 2016 at 22:30 - Reply

    Hallo,

    ich kenne solche Menschen auch, die ständig ohne Punkt und Komma nur reden und reden und einen gar nicht zu Wort kommen lassen bzw. gar nicht am Gegenüber wirklich interessiert sind. Das ist sehr anstrengend und extrem frustierend und verletzt meine Vorstellung von einem guten Gespräch. Das ist für mich kein Gespräch sondern nur ein Monolog. Für ein richtiges Gespräch braucht es zwei Menschen die sich aufeinander einstellen können und sich ehrlich ihre Empfindungen und Eindrücke mitteilen können und zwar mit einem Interesse auf beiden Seiten. Sonst kann man diese Art von Kommunikation doch ziemlich vergessen; es ist nur Zeitverschwendung. Wenn ich merke, dass ich eine geraume Zeit nur Hhhm und Ja oder Ach ja, antwort aber sonst nichts, dann sehe ich zu dass ich das Gespräch selbst beende mit dem Einwurf, dass ich jetzt noch was Dringendes zu erledigen hätte. Sonst sehe ich zu, dass ich solche Menschen nicht in meinem Freundeskreis habe, denn sie sind extrem anstrengend und merken es nicht einmal.

  18. Paul 30. Dezember 2016 at 19:00 - Reply

    Der Artikel vermischt ja schon einiges. Vielleicht hat die Damen sonst niemanden der ihr zuhört. Das ist ja schon ein existenzielles Bedürfnis. Leider wird das heute nicht mehr geschätzt, sonder nur noch asynchron in Wortfezen digital “kommuniziert”. Ich finde das schon sehr unhöflich einfach nur abzunicken und Interesse vortäuschen wo keines ist. Was den Beamtendreisatz angeht, na ja. Darüber kann man sich streiten. Sicher ist das nicht immer angebracht. Aber ich wollte z.B. nicht dass ein Herzchirurg mit 30 Jahren Erfahrung auf einen Jungspund frisch von Uni hört, der meint er habe die Weissheit mit löffeln gefressen nur weil er sich von seinem Smartphone intellektuell Fremdversorgen lässt und bei Stackoverflow gelesen hat “dort musste schneiden”. Letzendes gibt es viele unterschiedlich Mensch mit vielen Unterschiedlichen Persönlichkeiten. Die Autorin dieses Artikel macht es m.E. nicht anders als die von ihr so abwertend bezeichneten “verholzten”. Sie ist da nämlich genau so verholzt, wenn sie ihre Sicht der Dinge über die der anderen erhebt.

    • Michaela Albrecht 30. Dezember 2016 at 19:51 - Reply

      Soso.
      Beamtendreisatz sagt mir nix.
      Mir hören sehr viele Menschen zu.
      Ansonsten kapiere ich nicht, was Sie mir eigentlich sagen wollten, außer, dass Sie meinen, dass ich selber verholzt sei. Glaube ich zwar nicht, aber wenn Sie das denken, dann möchte ich Ihnen das nicht ausreden.

  19. XT500 7. Januar 2017 at 22:15 - Reply

    Ich habe auch häufig solche Leute kennenlernen dürfen. Ich glaub das viele Menschen wie ich, die zu wenig Durchsetzungsvermögen haben schnell “Opfer” von diesen “Übermenschen” sei. Im Beitrag von ´”Steph” wird diesen “Schwatzbacken” sehr viel Verständnis entgegengebracht. Vom menschlichen Ansatz ganz OK. Aber ich finde schon das diese Leute mit ihrer Art auf Kosten ihrer Mitmenschen leben. Diese Menschen ja ihre Bedürfnisse und Gedanken als wichtiger erachten, und in Erwartung sind das das “Opfer” sich diesem unterordnet. Denn wenn jemand an wirklicher Freundschaft interessiert ist begegnet er seinen Mitmenschen auf GLEICHER Augenhöhe. Und wenn er so weit ist das er selbst merkt das seine Mitmenschen nicht ausreden dürfen. Oder sich wundert warum die meisten Freunde und Bekannten schnell das weite suchen. Dann darf er an sich selbst arbeiten. Oder sich bei einem Coach oder ähnlichen professionelle Hilfe holen. Denn Leben auf Kosten anderer ist nicht OK. Es gibt ja auch den Begriff “Energievampiere”. Leider hab ich auch keine Idee wie man auf friedlichen Wegen solche Menschen in die Schranken weist. Leider man diesen Leuten nicht immer aus dem Weg gehen kann, manchmal sind es Kollegen oder direkte Nachbarn. Oder diese Leute sind sehr bemüht den Kontakt aufrecht zu erhalten, da sie ja für ihr “Spielchen” ihre Opfer brauchen.

  20. Jutta 7. Februar 2017 at 11:06 - Reply

    Mein Rat ; SELBST AKTIV ZUHÖREN !!!  -So manch eine Extra-schlaufe des Erzählers ergibt sich ,weil dem Sprechenden der Eindruck vermittelt wird man versteht nicht, hört nicht richtig zu und der Sprecher wird sich dann noch mehr bemühen, seinen Gedanken klarer und nuancierter zu bekommen, weil er den Eindruck hat es halt noch nicht gut genug vermittelt zu haben ! Richtig unhöflich ist es so zu tun als höre man zu und dabei gedanklich abwesend zu sein !Dann besser den Schneid haben und sagen man mag nicht zuhören. Alles andere ist verletzend ,respektlos und erst recht unhöflich ! Und nebenbei auch nicht zielführend, denn der Vielsprecher wird den Eindruck haben, er habe sich halt nicht gut genug verständlich ausgedrückt und das Ganze nochmal und noch nuancierter präsentieren ,…  Sich aufrichtig einlassen,einen Gedanken rückmelden oder aufgreifen und das Gespräch gewinnt an Leichtigkeit ,der Vieltexter gewinnt an Sicherheit und Rückmeldung, so manche textreiche Erläuterung erübrigt sich, wenn der Zuhörende erkennen lässt ,dass ein Stichwort eh im gemeinten Sinne begriffen wird …  Für uns alle haben Stichworte nämlich durchaus oft eine voneinander abweichende Bedeutung,ohne dass dies uns so präsent ist. Der Vielredner versucht deshalb oft auch den Hintergrund zu aquarellieren:Eigentlich um einem aufrichtigen Zuhörer zu helfen zu verstehen . AKTIV UND AUFRICHTIG ZUHÖREN KANN FÜR BEIDE SEITEN SEHR ENERGIESPENDEND SEIN ! Verholzt ist vielleicht auch gerade der,der sich mit einem Austausch von Schlagworten zufrieden gibt, denn der wird eine neue Welt der Wahrnehmung nie kennenlernen  … AKKTIV ZUHÖREN ! ist auch ein Menschenbild …

    • Michaela Albrecht 7. Februar 2017 at 12:25 - Reply

      Wow, das ist mit den vielen Ausrufezeichen und Großbuchstaben ein richtig leidenschaftliches Statement! 😀
      Tatsächlich habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass es Menschen gut tut, wenn man sie spiegelt. Besonders wenn jemand sich ständig wiederholt, sage ich gerne sowas wie “Dir ist es also ganz wichtig, damit gehört zu werden, dass…” und dann wiederhole ich, was ich gehört habe. Und dann wird dieser Content zumindest nicht mehr wiederholt.
      Natürlich will der Vielredner vor allem verstanden werden. Entweder da ist ein großes emotionales Loch, oder er hat einfach König-Allüren und hält alles, was er sagt, für Brosamen der Weisheit.
      Marshall soll mal gesagt haben: “Die Menschen brauchen nur wenige Worte, um sich zu verstehen. Viele Worte brauchen sie, um sich nicht zu verstehen.”

  21. Dörthe 20. Februar 2017 at 10:34 - Reply

    Also ich stimme Fr. Albrecht voll und ganz zu. Ich sitze im Büro mit einer jungen Vielrednerin und das einzige Thema sind die Kinder und die Familie. Ich weiß wirklich alles, was in dieser Familie passiert und ich kann nicht verhindern, mehr zu erfahren. Jede Pause wird genutzt. Höfliches Nicken unterbricht den Redeschwall nicht, bei fluchtartigem “dringendem Toilettenbesuch” wird gewartet, bis ich wieder da bin… Wenn ich mal etwas zur Unterhaltung beitragen möchte, wird gewartet, bis ein passender Einsatz erfolgen kann und schon höre ich wieder Familiengeschichten. Ich bin wirklich froh, dass ich bald in ein anderes Büro wechseln kann.

  22. Jutta 23. März 2017 at 11:59 - Reply

    Ein toller Artikel. Meine Mutter leidet schon immer unter Logorrhoe. Was sie sagt stimmt. Und sie sagt viel. Meistens Belangloses, das sie auch noch wiederholt. Sie fragt kaum, wie es uns geht oder ihren Enkeln. Die sind inzwischen erwachsen, sehen, dass die andere Oma sehr interessiert an ihrem Leben, ihrer Arbeit und ihren Sorgen teilnimmt. Wir werden sehr schnell unterbrochen, damit sie ihre Geschichten erzählen kann.Erschwerend kommt hinzu, dass meine Mutter nun offensichtlich auch nicht mehr in der Lage ist, ihre Wohnung (das Haus hat mein Bruder bekommen, ihr und Vater wurde im EG eine schöne Wohnung eingerichtet) ordentlich sauber zu halten. Wie kann man es nun schaffen, ihr zu erklären, dass man ab und zu putzen möchte. Leider muss man jedesmal erst aufräumen, da sie alles zustellt und mit Deckchen zudeckt. Sie lebt in ihrer Welt, akzeptiert kaum Veränderungen. Man ist hin- und hergerissen zwischen Wut, Scham und Pflichtbewusstsein. Dabei möchte man die Mutter doch einfach nur gerne haben und froh sein, dass sie noch lebt…LG

    • Michaela Albrecht 23. März 2017 at 14:54 - Reply

      Das kenne ich von meiner Großmutter! Das ist eine sehr große Lernaufgabe – Sie haben mein volles Mitgefühl!
      Leider habe ich im Moment keine Zeit, noch ausführlicher zu antworten…
      Alles Gute Ihnen!

  23. Kathrin Großmann 1. April 2017 at 9:19 - Reply

    Ich bin mit so einem Exemplar verheiratet. Je älter er wird, umso verholzter wird er. Für mich als Partnerin war es immer schon ein Problem, welches jetzt in sozialer Vereinsamung endete. Wer will schon freiwillig Zeit mit einem Bollwerk an Worten verbringen. Lange Jahre kam wenigsten ich noch zum Zug und durfte auch mal reden. Mittlerweile möchte ich nicht mal mehr das. Der Verholzte weiß alles,hat zu allen Dingen einen klaren Standpunkt,welcher natürlich der einzig Wahre ist und rückt von seiner Meinung absolut nie ab. Der Verholzte hat keine Freunde,keine Bekannte aus diesem Grund,aber selbst das bemerkt er nicht.
    Liebe Grüße Kathrin

  24. Anna 11. April 2017 at 8:28 - Reply

    Ein interessanter Artikel, ein interessantes Thema. Ich verliere selbst manchmal im Gespräch den Faden, aber ich sage das auch dazu und bin auch leicht zu unterbrechen. Ich würde mal behaupten, jeder genießt die ungeteilte Aufmerksamkeit eines guten Zuhörers. Ich kenne Menschen, die jedes Mal wenn ich etwas beitragen möchte lauter reden oder auf eine Art intensiver, so dass es noch schwieriger wird sie zu unterbrechen oder einen Beitrag zu leisten. Meine Erfahrung ist, dass ausreden lassen (was am höflichsten wäre) keinen Sinn macht, weil es nie aufhört, egal wie viel und wie gut man zuhört, der Andere hat nie genug Aufmerksamkeit und es entsteht auch kein Austausch – das empfinde ich als Ausnutzen und da setze ich möglichst klar meine Grenzen. Natürlich ist das belastend für die Beziehung, aber auf Dauer möchte ich keine missbräuchlichen Beziehungen (mehr) führen.

    Man kann schon rechthaberisch, “verholzt” oder redselig sein, denn niemand ist perfekt. Viel wichtiger ist für mich ob ich mit diesem Menschen eine Regelung finde, die für beide Seiten gut ist. Wenn ich für mich schwierige Verhaltensweisen eines anderen ansprechen darf, Grenzen setzen darf ohne Wutausbrüche oder Schmollen über mich ergehen lassen zu müssen, dann findet wieder ein Kontakt statt und genau das würde ich auch von meinem Gegenüber erwarten. Dass mich jemand bremst, wenn ich mich mal wieder vergaloppiert habe. Denn dann habe ich auch den Kontakt zu mir selbst verloren. Dafür sind wir Menschen doch da, uns gegenseitig zu helfen wieder zu fokussieren. Ich möchte niemanden langweilen oder klein reden. Die Menschen, die wirklich von mir erwarten, dass ich unter ihnen leide, denen gehe ich großräumig aus dem Weg. Ein warmer, menschlicher Kontakt ist dann ohnehin nicht möglich und darum geht es mir.

  25. Mirage 21. April 2017 at 16:21 - Reply

    Ich kenne drei Frauen die so sind. Sie sind die Muettern von Mitschuelern / Freundinnen meiner Tochter. Der Inhalt ihrer Logorrhoe hat eine Gemeinsamkeit: sie sprechen nur ueber ihre “persoenliche Leistungen”: tolle Sommerferien . Was sie neues gekauft haben. Wie gut sie kochen..etc. Manche Sachen wiederholen Sie ein haufen Male, z.Bsp die Geschichte vom Hochzeitstag oder die von der Geburt des Kindes.
    Ein paar Mal hab ich sie auf politische Themen angesprochen oder Tagessgeschehen. Da waren sie voellig ahnunglos. Bei Themen “hohen Niveaus” haben sie eine Blockade.
    Sie waren ein Problem fuer mich. Z.Bsp. wenn eine von diesen Exemplaren auf dem Spielplatz war, dann blieb ich mit meiner Tochter nicht lange, sondern wollte schnellsmoeglich weg von dort. Etwas das meiner Tochter gegenueber unfair war. Darueber habe ich mir Gedanken gemacht und bin zum Entschluss gekommen, dass ich keinen Grund habe mich zusammen mit so einer Frau auf dem Spielplatz zu setzen. Ich bleibe jetzt im Abseits und mein Kind kann so lange spielen wie es will.

  26. La 29. April 2017 at 15:16 - Reply

    meine Schwiegermama ist so…

    Manchmal bin ich kurz davor ihr Mundwerk zu zügeln, doch dann entscheid ich mich anders… sie will nur das beste für mich und das schätze ich doch.

    sie redet aber so viel und lässt einem von noch so jedem winzigen Detail teilhaben. Es ist anstrengend.
    Sie redet so viel und so schnell, dass sie selber nicht mehr mitkommt und abschweift, die wörter nicht findet und jedes noch so kleines detail nicht auslässt.

    Jetzt hab ich ein kleines Spiel daraus gemacht.
    Ich versuche manchmal ihr die Lücken zufüllen, wenn Sie eine Pause ansetzt weil sie das wort nocht findet, dann helfe ich ihr so auf die sprünge das sie es nicht mehr fertig sprechen muss.

    Macht langsam spass mein Freund hat es bemerkt und macht mit und langsam wiird es lustig.

    Mal schauen wie lange wir noch mitspielen

  27. Redeschwall 8. Mai 2017 at 17:05 - Reply

    Hi,

    ich tendiere selbst dazu. Ich möchte hier kein Mitgefühl, aber bei mir entsteht dieser Redeschwall aus Ängsten. Ich fühle mich sicherer, wenn ich erstmal alles loswerde, wie ein praller Luftballon, der Luft ablässt. Sonst rede ich auch viel, aber meist lenke ich durch mein Reden nur von mir ab. Irgendwann bricht es sich dann Bahn, gern in Verbindung mit Alkohol und fremden Menschen. Im Nachhinein ist mir das dann immer sehr peinlich.

    Was ich versuche zu sagen,”verholzte”, “versteinerte” Personen wissen häufig um ihren Makel, aber mit jedem weiteren Redeschwall macht man alles nur noch schlimmer. Es ist vollkommen unempathisch und vor allem selbstschädigend. Partnerschaften, Freundschaften und u.U. auch die Karriere leidet darunter empfindlich. Am Ende ist die ganze Welt Schuld, nur man selber nicht

  28. RegineB 4. Juli 2017 at 22:33 - Reply

    Gerade bin ich rein zufällig auf diesen Artikel gestoßen, also ohne zu diesem Thema im Internet unterwegs zu sein. Spontan habe ich mich gefragt, warum jemand solch ein Artikel schreibt und ob er Einfühlsamkeit wohl für sich beanspruchen kann?

    Meinet Erfahrung nach bestehen die Vielredner zum größten Teil aus Menschen,
    die
    – Anerkennung suchen
    – einsam sind
    – Applaus und Anerkennung gewohnt sind und sich selbst für den interessantesten und unterhaltsamsten Anwesenden halten
    – schlichtweg nicht mit dem entsprechenden Gespür für ihre Mitmenschen ausgestattet sind (denn es verfügt nun mal nicht jeder über diese Gabe)

    Und wie immer bei Kommunikation geht es nicht darum, was jemand sendet, sondern um das, was der andere empfängt. Was den Einen langweilt, kann für den anderen äußerst spannend und interessant sein.

    Anstelle sich um die Schwächen und Fehler der Vielplauderer Sorgen zu machen und die anderen ändern zu wollen, könnte man sich selbst fragen:
    Warum stört es mein Ego so sehr, zuhören zu müssen? Und wenn ich meinem Gesprächspartner dieses freundliche Interesse an seinen kleinen Dingen nicht entgegenbringen kann, warum bin ich dann nicht in der Lage, mich dem in respektvoller Weise zu entziehen? Und gerade wenn jemand viele belanglose Dinge erzählt, drückt das nicht die Sehnsucht danach aus, von einem anderen Menschen etwas Aufmerksamkeit und Zuwendung zubekommen, vielleicht, weil das Leben desjenigen nicht so reich und gefüllt ist?
    Zuhören können ist eine Art des Gebens und des Sich-Zurücknehmens. Und warum sollte man auch selbst die ganze Zeit reden? Denn es gilt ja für jeden: Was man selbst zu sagen hat, weiß man ja schon.

    • Michaela Albrecht 9. Juli 2017 at 22:35 - Reply

      Liebe Regine,
      vielen Dank für Ihre Kommentar!
      Ist Ihnen Respekt und Wertschätzung für Vielredner wichtig, und Sie haben die Sorge, dass ich über diese Menschen schlecht urteile? Vielleicht reden Sie selbst gerne viel und fühlen sich unangenehm berührt und vielleicht verletzt?

      Ich teile Ihre Erfahrung mit Vielrednern zu 100 Prozent. Und ja, ich beanspruche für mich, einfühlsam zu sein, weil ich in der Regel schnell weiß, wie es jemandem geht und welche Bedürfnisse er/sie hat. Aber dass ich potenziell einfühlsam bin, heißt a) nicht, dass ich verplichtet ist, es immer zu sein, und b) heißt es nicht, dass ich jedem Menschen mit Freude zuhören muss, der mir eine halbe Stunde einen Monolog hält. In einer leichten privaten Kommunikation finde ich eine Verteilung des “Ballbesitzes” von 50:50 (oder wenigstens 60:40 zu meinen Ungunsten) als ideal. Auch wenn ich nur noch Stichwortgeber bin, kann eine Unterhaltung aber erfüllend sein – wenn der Vielredner sehr interessant erzählt, ich ihn und seine Geschichten noch nicht gut kenne und die Zusammenkunft nicht länger als zwei Stunden dauert. Darüber hinaus finde ich solche Unterhaltungen ermüdend. Mit Ego hat das nicht immer etwas zu tun – auch im Radio höre ich selten Sender, wo nur gesprochen wird. Aber natürlich ist mein Ego betroffen, wenn mein Gegenüber nur von sich spricht und sich null für mich interessiert. Ich komme mir dann vor wie ein austauschbarer Statist, weil es ja völlig gleichgültig ist, wer dem Vielredner zuhört.
      Gerade am Samstag traf ich bei Freunden auf eine Vielrednerin. Sie redete ununterbrochen von sich, und es war schwierig, auch nur einen einzigen Satz dazwischen zu quetschen, und auch bei diesen seltenen Momenten unterbrach sie mich noch. Zum Glück war sie recht unterhaltsam, so dass es mir erst nach zwei Stunden auf die Nerven ging.

      • someone 19. September 2017 at 5:36 - Reply

        “dass ich potenziell einfühlsam bin, heißt a) nicht, dass ich verplichtet ist, es immer zu sein”..
        Schön gesagt!
        Mit welchem Recht auch erwartet ein Vielredner nicht nur etwas, sondern 90% der Zeit und Aufmerksamkeit?! Und das während er selbst nicht das Geringste davon zurückgibt! Weil er nämlich gar nicht versteht, was Zuhören bedeutet.
        Narzissten eben. Wollen sich nur selbst bespiegeln, darstellen und gelobt werden. Ich frage mich dann oft, ob der andere wirklich glaubt, daß mein Gehirn mit Belanglosigkeiten gefüllt werden muss, weil es so leer wäre?! Konzentriert zuhören ist auch sehr anstrengend, ich werde aus der eigenen Gedankenwelt gerissen, in die andere Lebenssicht versetzt und von fremden Emotionen beeinflusst. Ich werde durch Zuhören gezwungen, die Sichtweise des anderen mitzuerleben.
        Ich verstehe, fühle mit, sehe sein Bild von sich, das was er über andere denkt, über das Leben, entdecke im Besten Fall neue Erkenntnisse, sachliche wie philosophische, frage mich nach dem Ob, Warum und Wohin derjenige geht, wie ich das sehe, welches Motiv er offenbart, über sich, die Welt etc, was das über mich sagt, daß ich mich das frage, wie ich an seiner Stelle handeln würde usw usf
        Das alles muss nicht immer intensiv sein, aber es schwingt mit. Und wenn ich dann, nachdem der Vielredner ja in MEIN Inneres gedrungen ist, meine Gefühle und Gedanken berührt, verändert und in Schwingung bringt, sich dann meiner Antwort, meinen Fragen, meiner Sichtweise dazu etc verstellt und mich mundtot macht, dann fühlt sich das an wie emotionale Nötigung, Benutztwerden, Freiheitsberaubung, Erpressung, Zwang!

        Man sagt ja, der Mensch braucht andere Menschen, will also gespiegelt werden, um sich selbst zu erkennen.

        Ich brauche aber keine anderen, die mir sagen, wer ich bin. Sonst führe das am Ende dazu, daß ich andere totquatschen muss, um positives Feedback zu erzwingen, damit ich glaube, ich wäre toll! Nein, ich glaube, man braucht deshalb andere Menschen zur Selbstreflektion, weil man über fremde Innenwelten und Erfahrungen die eigenen in Relation setzen kann. Nicht im Sinne von Wettbewerb, sondern im Sinne von Erkenntnissen, die man nicht mehr selbst erleben muss, um sie zu verstehen, weil man sie durch den anderen sehen und verstehen kann.

        Das ist eine Ebene des Zuhörens, die die meisten Plappermäuler noch nie wirklich erlebt haben. Weil sie nur plappern um zu hören, wie toll sie sind. Und nicht, um Erfahrungen und Erkenntnisse zu gewinnen.

  29. Monika 15. Juli 2017 at 12:38 - Reply

    Hm…auch ältere Menschen waren einmal jung, auch viele von ihnen hatten den Enthusiasmus im Blut und glänzende Augen. Nun, diese Menschen bleiben frohlich bis ins hohe Alter. Es ist ein Bestandteil ihres Charakters.
    Und die, die sie beschreiben: ich denke nicht dass sie erst jetzt den verholzten Zustand erleben, sondern sie sind schon immer so gewesen. Ununterbrochen von sich zu reden und den Gesprächspartner zu ignorieren ist auch ein Bestandteil ihres Charakters!
    Ich kenne viele 25 jährige die den Mund nicht halten können und nur über sich erzählen ohne den Gesprächspartner zu beachten, sie reden auch ununterbrochen über ihre Krankheiten, ja… junge Menschen. Ich musste mich wirklich von meiner Arbeitskolleginn distansieren (26 Jahre alt) weil sie jeden Tag über ihr Reuma, Ausschlag und ihre Herzprobleme gesprochen hat.
    Ich finde Ihren Artikel sehr einseitig und nicht objektiv.

  30. Friedrich 24. August 2017 at 15:12 - Reply

    @Monika: Es wäre schön gewesen, wenn Sie begründet hätten, warum Sie den Artikel einseitig und nicht objektiv finden. Und natürlich können schon junge Menschen so sein. Meine Erfahrung ist aber, dass sich prägende Charaktereigeschaften von Menschen mit dem Alter verstärken. Auch eine Art Verholzung. Wenn dem im Allgemeinen so ist, war es richtig von Ihnen, sich so früh wie möglich von Ihrer Kollegin zu distanzieren.

    @Michaela Albrecht: Gut, dass mal jemand drüber schreibt. Ich selbst brauche beim Reden manchmal etwas Zeit um meinen Satz zu formulieren bzw. mache zwischendurch Pausen. Vielredner unterbrechen mich daher nur zu gern, was ich dann als besonders respektlos empfinde. Meiner Erfahrung nach sind Vielredner übrigens überwiegend Nichtraucher. Mir fällt nicht mal ein viel redender Raucher ein. Das sind für mich eher die gemütlichen Leute, die auch mal “gepflegt die Fresse halten können”.

    • Michaela Albrecht 24. August 2017 at 15:46 - Reply

      Hallo Friedrich,
      dass Vielredner eher Nichtraucher sind, kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Ich kenne auch Raucher (ich kenne insgesamt aber wenige Raucher), die sehr viel reden und dabei so übergangslos von einem Thema ins nächste gleiten, dass mir fast schwindelig wird. Meine ehemalige Nachbarin war so. Ich konnte eine Stunde mit ihr reden (bzw. ihr zuhören) und hinterher nicht mehr sagen, worum es gegangen war. Aber da Sie vielleicht selbst Raucher sind, erspare ich mir jetzt lieber weitere Beobachtungen bzw. Thesen über Raucher. 😉

  31. Kommunikation 26. August 2017 at 20:37 - Reply

    Hallo,
    auch ich habe mit großer Begeisterung alle Beiträge hier gelesen. Wenn ich auf einen ignoranten Vielredner/Besserwisser stoße und ich das Verhalten als ziemlich egoistisch empfinde, gehe ich auf Konfrontation. Ich schau diesem Menschen bewusst in die Augen und frage schon mal ob dieser auch zuhören kann? Meistens sind diese Leute sehr überrascht und ich habe sie dann aus ihrem Konzept geworfen. Das ist meine Chance etwas zu sagen, wenn es mir Wert ist. Wenn dieser Mensch mir gegenüber keine Emphatischen Fähigkeiten anwenden kann, halte ich mich von diesen fern. Solche Leute sind für mich Energiesauger!
    Aber natürlich muss man auch unterscheiden. Meine Eltern z.B. reden auch nur von sich und fragen NIE wie es mir geht und wie ich im Leben zurecht komme. Ich habe mich damit arrangiert, weil ich weiß, dass sie einsam sind und deswegen einen erhöhten Redebedarf haben. Ich belaste meine Eltern nicht indem ich aus meine Leben erzähle was sie vielleicht eh nicht nachvollziehen können, weil denen auch die Fähigkeit fehlt sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Früher als ich deren Verhalten noch nicht verstanden hatte, hat mich das immer bei jedem Besuch sehr verletzt. Heute habe ich keine Erwartungen an beide.

    Sind es allerdings sogenannte Freunde die sich so verhalten, da halte ich mich fern von. Auch ein unnötiges Nicken ist Energieverschwendung. 🙂

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