Am Freitag waren wir, also die ganze Familie in Kokowääh, dem neuen Til Schweiger-Film. Natürlich sind die Charaktere und Dialoge ziemlich scherenschnittartig. Egal. Ich mag Til Schweiger. Weil er seine Tochter so sehr liebt. Das öffnet mein Herz, und dann kann er nichts mehr falsch machen, auch nicht, wenn er in allen Filmen immer dieselbe Rolle spielt und wenn man bei allem, was seine Tochter sagt, sofort weiß, dass er das geschrieben hat. Ich sehe das Gleiche wie alle Kritiker, aber ich komme einfach zu einem anderen Ergebnis. 🙂

Was mir allerdings zu schaffen gemacht hat, war der mit Musik unterlegte Nachspann-Film, in dem alles so gut war: Henry mit Magdalena im öffentlichen Brunnen, beim Backen, beim Boxen, ihr “anderer” Vater und sie beim Flaschenpost-Wegwerfen, alle zusammen beim Gemeinsam-Feiern usw. Ich erkannte, wie selten ich mit meinen Kindern gemeinsam backe und Post-Flaschen wegwerfe (haben wir noch nie gemacht – an wen auch?), und dass ich ihnen noch nie eine Tüte Mehl über den Kopf geschüttet habe.
Ich war hin und hergerissen, ob man eigentlich nur dann eine gute Mutter / ein guter Vater ist, wenn man seinem Kind mindestens einmal im Leben aus lauter Spaß eine Tüte Weißmehl über die Birne geschüttet hat, oder ob das eh nur im Film vorkommt, weil es hinterher eben nicht Til Schweiger ist, der die Sauerei wieder wegputzt, sondern die unzähligen Helfer, die im Abspann genannt werden.
Aber muss ich, um Spaß zu haben, mit meinen Kindern durch den Opernplatz-Brunnen tollen? Ich hasse kaltes Wasser. Ich gehe nicht mal gerne Schwimmen. Bin ich langweilig?

Das klingt jetzt vielleicht lustig, aber so lustig ist mir dabei gar nicht zumute.
Ich sorge mich wirklich, ob ich vom Alltag aufgefressen werde, so dass ich gar keinen Raum mehr für Blödsinn mit meinen Kindern habe.
Da geistert es wieder herum, das alte Monster “Idealmutter”.
Hi.
Du kannst mich mal.
Vom Mir-Vorwürfe-Machen wird es auch nicht besser.
……….
Ach egal, ich mach’ mich jetzt einfach locker.
Schönen Sonntag noch. 🙂